Architektur

Die Architektur des Gewerbepark Defdahl

Eine Architektur von innen nach außen
Arbeitsräume als Lebensräume begreifen

Die Architektur des aus der einstigen Gewerbebrache allmählich herauswachsenden Gewerbeparks sollte die Ideen und Botschaften der Allgwerke ebenso verinnerlichen wie aussstrahlen. Die Architektur sollte die Gebäude nicht auffällig exponieren, sondern sie integrieren in das Umfeld einer vorausgeeilten Urbanität. Daher entstanden neun statt nur einem Gebäude. Neun Gebäude, die am Boden überschaubar bleiben sollten. Die Reaktion der Nachbarn war wichtiger als die der Architekten. Die Fassaden sollten sich abheben von den maschinenperfektionistischen Granit- und Glasfassaden unserer Zeit. Der Mensch, der sie gemacht hat, sollte spürbar bleiben. Seine Fähigkeiten und auch sein mehr oder weniger erfolgreiches Ringen mit dem Material sollte nicht kaschiert, sondern sichtbar gemacht werden. Wenn an heutigen Neubauten, respektive Bürohäusern der Architekturmoderne, der Mensch irgendwo sichtbar wird, ist es in der Regel ein Baufehler.

Die innere Bebauung sollte nicht hinter einem imposanten gebäudlichen Erscheinungsbild als eine Restgröße der lange Flure mit aufgereihten uniformen Räumen zurück bleiben. Im Gegenteil, der Bau sollte sich als Architektur von innen nach außen verstehen. Arbeitsräume als Lebensräume begreifen, die die Befähigungspotenziale der Menschen ebenso wertschätzen wie freisetzen. Transparenz durch verglaste Rahmenwandmodule wie zugleich auch viel Offenheit in der Gebäudehülle sollten einen Konsens nach innen wie nach außen bewirken. Die beweglichen Wandverläufe vermeiden nach Möglichkeit den 90°-Winkel und bilden zugleich auch Nischen, die Grün oder fließende Wasser ebenso aufnehmen können sowie auch sonst üblicherweise in die Verkehrswege verlegte Funktionen, wie Kopierer, Küchenbars und dergleichen.

Die Gebäude des Büroparks sind als E-Bebauung angelegt, was den Bezug zu historischem Bauen ahnen lassen soll. Zugleich sollte die Architektur mit der Solarpyramide ein deutliches Symbol der Zukunftbezogenheit setzen. Durch den tiefen bühnenartigen Einschnitt in der vorderen Gebäudelinie mit seitlichen großflächigen Glas-Kulissen wird der Blick auf den Solarturm ganz frei gegeben. Wie in eine Bühne eingestellt wirkt der Turm, der sich mit der Solararchitektur, der Drehpyramide, der Solarstromanzeige und der multifunktionalen Fassade auf vielfältige Weise in dieser Bühne thematisiert.